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Wohntrends nach der Corona-Pandemie

Wohntrends nach der Corona-Pandemie

30.07.21Blog

Wir bleiben Zuhause: Ein Motto, das hierzulande mit der Corona-Pandemie Einzug gehalten hat. Es beeinflusst das Wohnverhalten und damit auch die Ansprüche an Wohnräume nachhaltig – doch wie hat sich der Blick auf ein „gutes Zuhause“ tatsächlich verändert?

Leben daheim: Gemütlichkeit und soziale Interaktion

Die Wohntrends „Cocooning“ und „Homing“ gab es bereits vor der Corona-Pandemie: Sie bezeichnen die Sehnsucht nach einem geborgenen Heim mit gemütlicher Einrichtung – das auch mit dem engen sozialen Kreis geteilt werden kann. Während einige Räume dabei strikt privat bleiben, etablieren sich andere als sichere, semi-öffentliche Orte für die soziale Interaktion – wie Küche, Essbereich, Garten oder Terrasse. Hier wird besonders deutlich, wie wichtig auch der eigene Outdoor-Bereich in Zeiten der Pandemie geworden ist: Sichere Begegnungsstätte, privater Erholungsraum und Frischluftzone – all das leistet notfalls auch der Balkon.

Auch das Homeoffice ist für viele Menschen zur neuen Arbeitsrealität geworden. Wo Beruf und Privatleben am selben Ort stattfinden müssen, entsteht ein Bedürfnis nach zusätzlichem Raum und Rückzugsmöglichkeiten: Optische sowie akustische Trennungen von Beruflichem und Privatem sind essenziell für die heimische Lebensqualität. Im Zuge der Pandemie ist daher auch ein Bedürfnis nach mehr Wohnfläche sowie mehr räumlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu beobachten – schließlich finden auch Sport, Freizeit und Kinderbetreuung zuhause statt.

Dem gegenüber steht der Megatrend der Urbanisierung mit seinen steigenden Wohnraumpreisen: So erwartet der Immobilienverband Deutschland, kurz IVD, künftig eine steigende Nachfrage nach Wohnraum auf zusätzliche 150.000 bis 250.000 Wohneinheiten pro Jahr – insbesondere in Regionen mit breitgefächertem Arbeitsangebot. An einer Wohnraum-Nachfrage wird es künftig also nicht mangeln; lediglich knappe Ressourcen und rare Bauflächen könnten den Immobilien-Boom vorrübergehend ausbremsen.

Wer sich räumlich nicht vergrößern kann, setzt auf innovative Mehrfachnutzungen: Multifunktionalität wird in puncto Wohnraum zunehmend wichtig. Schlafzimmer mit integrierten Arbeitsflächen, klappbare Tische und Stühle, Küchen mit Lounge-Ecken und Sofas mit kabellosen Auflade-Stationen – zahlreiche moderne Interieur-Designs sind für effiziente Flächennutzungen optimiert. Auch die Materialherkunft gelangt in den Fokus des Interesses: Nachhaltig produzierte Möbel sorgen für ein gutes Gewissen und tragen mit hoher Materialqualität zum Wohngefühl bei.

Leben gemeinsam: Orte für menschliche Begegnungen

Der wohlige Rückzug in die eigenen vier Wände steht dem Bedürfnis nach sozialer Aktivität gegenüber. Diesem Bedürfnis werden zukünftig urbane Shared Spaces begegnen müssen: Die nicht-ökonomischen Lebensräume wie Parks und öffentliche Plätze schaffen spürbar Lebensqualität, indem sie soziale Begegnungen ermöglichen. Co-Living-Konzepte, Co-Working-Spaces und Shared Housing liegen daher am Puls der Zeit – ebenso wie gemeinschaftliche gestaltete Hinterhöfe, Urban Gardening und lokal vernetzte Infrastrukturen.

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